Veterinarian visiting a dog otitis

MLS®-Lasertherapie bei Otitis externa beim Hund: Ergebnisse einer multizentrischen Studie

Dienstag, 25 August, 2026

Die Otitis externa ist eine der in der veterinärmedizinischen Praxis am häufigsten beobachteten Erkrankungen. Ihr Ursprung ist multifaktoriell und die Tendenz zu Rezidiven sowie die mögliche Beteiligung von Bakterien und Hefepilzen erfordern eine strukturierte diagnostische und therapeutische Herangehensweise.

Bei rezidivierenden oder chronischen Fällen kommt der wiederholten topischen entzündungshemmenden, antimykotischen oder antibakteriellen Behandlung immer mehr Bedeutung zu, insbesondere im Zusammenhang mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika und der Bekämpfung der Antibiotikaresistenz.

Vor diesem Hintergrund wurde eine multizentrische prospektive Studie durchgeführt, die 2026 in der Open-Access-Zeitschrift Animals veröffentlicht wurde und in der die Durchführbarkeit, die Sicherheit sowie die vorläufigen klinischen Ergebnisse der MLS®-Lasertherapie bei Hunden mit Otitis externa untersucht wurden.

Den Autoren zufolge handelt es sich um die erste multizentrische prospektive Studie zur Photobiomodulation mit dem System MLS® bei der Behandlung dieser Erkrankung. 

Eine Studie, die aus dem Zusammenspiel von Klinik und Forschung entstand

Am im Jahr 2023 durch die Zusammenarbeit mit dem veterinärmedizinischen Institut AniCura in Novara entstandene Projekt beteiligten sich die Tierklinik AniCura Ospedale Veterinario Portoni Rossi, das Experimentelle Tiergesundheitsinstitut „Togo Rosati“ der Regionen Umbrien und Marken, die Universität Padua, die Fakultät Vetsuisse der Universität Zürich und ASA.

Die Forschungsgruppe konnte Kompetenzen in den Bereichen Dermatologie, Zytologie, Mikrobiologie, statistische Analyse und Medizintechnik bereitstellen, die in einem einzigen multizentrischen Protokoll zusammengeführt wurden.

Durchführung der Studie

An der Pilotstudie waren 22 Hunde von Hundehaltern mit insgesamt 38 Ohren beteiligt, die von mono- oder bilateraler Otitis externa betroffen waren.

Die Patienten mussten ein mit dem System OTIS-3 nachweisbares Erythem und Sekret aufweisen, zusammen mit zytologischen Befunden von Malassezia spp. und/oder Bakterien, die mit Keratinozyten oder Korneozyten assoziiert waren.

Ausgeschlossen wurden Hunde mit parasitärer, neoplastischer, eitriger oder ulzerativer Otitis, bei denen der Verdacht auf einen Trommelfellriss bestand oder die kürzlich mit otologischen Medikamenten, Antibiotika, Kortikosteroiden, NSAR oder Immunmodulatoren behandelt worden waren.

Die Wirkung der Behandlung wurde anhand von klinischen Parametern bewertet, darunter Erythem, Ödem, Sekretion, Schmerz, Juckreiz und unangenehmer Geruch, zusammen mit zytologischen Untersuchungen, quantitativen mikrobiologischen Kulturen und der Bewertung der Sicherheit und Verträglichkeit.

Die zytologische Untersuchung wurde von einem unabhängigen Tierarzt in einer Blindstudie durchgeführt, der keine Kenntnis von den klinischen Daten und dem Zeitplan des Protokolls hatte. Auch die mikrobiologischen Untersuchungen wurden von Laborpersonal in einer Blindstudie durchgeführt. Mit diesem Ansatz kann das Risiko subjektiver Einflüsse bei der Auswertung der Ergebnisse verringert werden.

Fünf Sitzungen mit einem entsprechenden MLS®-Protokoll

Jedes betroffene Ohr wurde fünf Sitzungen mit MLS® M-VET unterzogen. Dabei handelt es sich um ein System, das zwei synchronisierte Emissionen im nahen Infrarotbereich bei 808 und 905 nm kombiniert.

Das Protokoll sah eine Abtastung der äußeren Projektion der vertikalen und horizontalen Abschnitte des Gehörgangs sowie eine Punkt-für-Punkt-Anwendung an der Ohrmuschel vor. Der behandelte Bereich und die Anzahl der Punkte wurden an die Größe des Patienten angepasst.

Die zweite Sitzung erfolgte 24 Stunden nach der ersten Sitzung, während die darauffolgenden Sitzungen im Intervall von 48-72 Stunden geplant waren. Die abschließende Bewertung fand 24-48 Stunden nach der fünften Behandlung statt.

Die gesamten Anwendungsparameter sind in der Originalpublikation einsehbar.

Lesen Sie die Studie

Was hat sich nach fünf Sitzungen verändert?

ERGEBNISSE
Parameter Anfangswert Endwert
Erythem 2 1
Ödem 1 0
Sekretion 2 1
Schmerz 1 0
Juckreiz, VAS-Skala 5,5 cm 2 cm
Ohren mit unangenehmem Geruch 94% 54%

 

Am Ende des Protokolls wurde eine statistisch signifikante Verbesserung eines Großteils der klinischen Parameter beobachtet.

Die Veränderungen von Erythem, Ödem, Sekretion, Schmerz, Juckreiz und unangenehmem Geruch haben eine statistische Signifikanz erreicht.

Eine insbesondere aus dem klinischen Blickwinkel interessante Beobachtung betrifft die Schnelligkeit bestimmter Reaktionen: Bereits nach den ersten beiden Sitzungen war eine signifikante Verringerung des Juckreizes und des Auftretens von unangenehmem Geruch feststellbar.

Während der Studie wurden keine Gegenanzeigen, behandlungsbezogenen Schmerzen, Reizungen oder Probleme betreffend die Verträglichkeit beobachtet. 

Was lassen die zytologischen und mikrobiologischen Befunde vermuten?

Die zytologische Untersuchung ergab eine deutliche Reduktion der Hefebakterien Malassezia und der Keratinozyten/Korneozyten. Die quantitativen Kulturen haben hingegen keine deutlichen Veränderungen der mikrobischen Belastung der analysierten Pathogene gezeigt.

Die beobachteten klinischen Vorteile scheinen daher nicht in erster Linie auf eine direkte antimikrobielle Wirkung zurückzuführen zu sein. Die Autoren vermuten vielmehr einen Effekt, der mit der Modulation der Entzündung und der schrittweisen Wiederherstellung des Mikromilieus im Gehörgang zusammenhängt.

Die Reduktion der Keratinozyten und der Korneozyten könnte eine Normalisierung der Epithelzellerneuerung widerspiegeln, während die Reduktion von Malassezia, die in der zytologischen Untersuchung beobachtet wurde, mit für die Ausbreitung der Hefebakterien wenig günstigen lokalen Bedingungen zusammenhängen könnte.

Diese Beobachtung passt zur Rolle der MLS®-Lasertherapie in der Modulation von Entzündungsprozessen, Schmerzen, Ödemen und Mechanismen zur Gewebereparatur.

Wo ist die MLS®-Lasertherapie in der klinischen Praxis einzuordnen?

Die MLS®-Lasertherapie ersetzt keine ätiologische Diagnose, Zytologie, Otoskopie oder medikamentöse Therapie, sofern diese angezeigt sind. Sie kann als ergänzender Bestandteil eines multimodalen Ansatzes betrachtet werden, mit dem Ziel, zur Linderung von Entzündungen, Ödemen, Schmerzen, Juckreiz, Sekretbildung und Veränderungen der Mikroumgebung des Ohrs beizutragen.

Ein neuer Baustein in der veterinärmedizinischen Forschung

Die Veröffentlichung stellt einen wichtigen Meilenstein in der Forschungsarbeit von ASAveterinary dar und unterstreicht den Wert der Zusammenarbeit mit tierärztlichen Referenzzentren, Fachlabors und akademischen Einrichtungen.

Der Wert des Projekts liegt nicht nur in den erzielten Ergebnissen, sondern auch im angewandten Forschungsmodell: Ein echtes klinisches Problem, ein standardisiertes technologisches Protokoll, multidimensionale Bewertungen und eine sorgfältige Interpretation der Daten.

Die Entwicklung wissenschaftlich fundierter veterinärmedizinischer Therapieansätze erfordert Kontinuität, multidisziplinäre Kompetenzen und einen konstanten Austausch mit der klinischen Praxis.