Magnetfeldtherapie PEMF gegen Osteoarthrose beim Hund

klinische Evidenz betreffend Schmerz, Mobilität und Muskelregeneration
Donnerstag, 14 Mai, 2026

Die Osteoarthrose (OA) ist eine der bei Hunden am häufigsten auftretenden chronischen Erkrankungen mit erheblichen Auswirkungen auf Mobilität, Lebensqualität und Langzeitbehandlung. Obwohl nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) als therapeutischer Standard in der Schmerzbehandlung gelten, steigt das Interesse an nicht-pharmakologischen Ansätzen, um die medikamentöse Behandlung zu begleiten oder - in einigen Fällen - sogar zu reduzieren.
Ein kürzlich durchgeführtes, randomisiertes Pilotprojekt, das auf Veterinární Medicína (Online First) veröffentlicht wurde, liefert neue Daten zur klinischen Wirkung der Therapie mit gepulsten elektromagnetischen Feldern (PEMF), abgegeben über das Gerät PMT Qs (ASA), im Vergleich zu einem Standardprotokoll mit NSAR (Mavacoxib).

PEMF und Magnetfeldtherapie: Eine notwendige Klarstellung

Im Bereich der rehabilitativen Veterinärmedizin wird der Ausdruck „Magnetfeldtherapie“ häufig allgemein verwendet, um verschiedene Technologien zu beschreiben, die auf Magnetfeldern basieren. Allerdings sind heterogene Ansätze und die PEMF (Pulsed Electromagnetic Field Therapy) zu unterscheiden, bei der es sich um eine spezifische und technologisch fortschrittliche Therapie handelt.
Im Unterschied zur traditionellen Magnetfeldtherapie, die sich häufig durch nicht klar definierte Parameter auszeichnet, nutzt die PEMF gepulste elektromagnetische Felder mit kontrollierter Frequenz, Intensität und Wellenform, wodurch standardisierte und reproduzierbare therapeutische Protokolle möglich sind.

Diese Unterscheidung ist auch aus klinischer Sicht von Bedeutung, da sich die in der Literatur präsentierten Ergebnisse auf zertifizierte PEMF-Geräte beziehen und nicht automatisch auf andere Formen der allgemeinen Magnetfeldtherapie umgelegt werden können.
 

Die Studie

Die Studie wurde an Hunden mit diagnostizierter Osteoarthrose durchgeführt, die zufällig in zwei Behandlungsgruppen aufgeteilt wurden:

  • PEMF-Gruppe (mit dem Gerät PMT Qs Vet von ASA) 
  • NSAR-Gruppe (Mavacoxib) 

Die klinischen Ergebnisse wurden anhand von objektiven und funktionellen Parametern bewertet, darunter:

  • Schmerzintensität 
  • Hinken 
  • Muskelumfang
  • Bewegungsradius der Gelenke (ROM) 

Wichtige klinische Ergebnisse

Verringerung der Schmerzen

Mit PMT Qs Vet behandelte Hunde zeigten eine statistisch bedeutende Reduktion der Schmerzen (~30 %) (P = 0,0006).
Aus klinischer Sicht ist dieses Ausmaß der Reduktion von Bedeutung, da es mehr Komfort für den Patienten und eine bessere Compliance mit den Rehabilitationsprogrammen garantiert.

Verbesserung des Hinkens

Bei der Gruppe mit PEMF konnte eine deutliche Verbesserung des Hinkens  (P = 0,0003) beobachtet werden, was auf eine Wiedererlangung der lokomotorischen Funktionalität schließen lässt.
Daher ist anzunehmen, dass PEMF nicht ausschließlich das Symptom Schmerz verändert, sondern auch zur Wiedererlangung der Funktion beiträgt.

Muskelversorgung

Eines der wichtigsten Ergebnisse war die Erhöhung des Muskelumfangs (+14,9 %, P = 0,006), in Verbindung mit einer hohen Effektstärke.
Diese Erkenntnis verdeutlicht einen entscheidenden Aspekt: Neben der Schmerzlinderung scheint die Therapie PEMF auch die Muskelversorgung zu fördern, vermutlich durch eine verbesserte Nutzung der Extremität und die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit.

Mobilität der Gelenke

Die Studie zeigte eine schrittweise Wiederherstellung des Bewegungsumfangs (ROM) (P = 0,002).
Die Verbesserung des ROM ist im Umgang mit OA von klinischer Bedeutung, da es zu direkten Auswirkungen auf Mobilität, tägliche Aktivität und Gelenkgesundheit auf lange Sicht kommt.

Sicherheitsprofil

In der PEMF-Gruppe wurden keine unerwünschten Ergebnisse berichtet, wodurch sich das günstige Sicherheitsprofil dieser Therapieform bestätigt.

Vergleich zur Behandlung mit NSAR

Bei der mit NSAR behandelten Gruppe kam es bei einem Großteil der bewerteten Parameter zu keiner statistisch signifikativen Verbesserung.
Dies schmälert zwar nicht die Bedeutung von NSAR in der Behandlung von Osteoarthrose, deutet jedoch darauf hin, dass eine medikamentöse Therapie allein möglicherweise nicht ausreicht, um den multifaktoriellen Charakter der Erkrankung zu bewältigen, insbesondere im Hinblick auf die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit.

Insgesamt zeigen die klinischen Ergebnisse auf, dass die Magnetfeldtherapie PEMF mit dem Gerät PMT Qs Vet Folgendes kann:

  • Schmerzen reduzieren 
  • Gehfähigkeit und Mobilität verbessern 
  • Die Muskelregeneration unterstützen
  • Die Funktion der Gelenke verbessern 

Dadurch positioniert sich die Therapie PEMF als komplementäre therapeutische Option im Rahmen eines multimodalen Ansatzes gegen Osteoarthrose beim Hund.

Für Tierärzte, die Hunde mit Osteoarthrose behandeln, stellt die Therapie PEMF ein vielversprechendes Instrument dar, das in die Behandlungsprotokolle integriert werden kann, insbesondere wenn das Ziel über die Schmerzbekämpfung hinausgeht und die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit sowie die Verbesserung der Lebensqualität umfasst.

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Pulsed electromagnetic fields vs NSAID therapy in canine osteoarthritis: A randomised comparative pilot study
S. Sassaroli, F. Dini, V. Sisti, V. Riccio, S. Meggiolaro, L. Bellodi, A. Palumbo Piccionello
Veterinární Medicína, 71(3):106-116, 2026

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