Lasertherapie bei Pferden mit distalen Läsionen

Klinische Belege der Hochleistungs-Photobiomodulation (PBM)
Freitag, 13 Februar, 2026

Die konservative Behandlung von distalen Läsionen bei Pferden ist eine tägliche Herausforderung für Pferdetierärzte und Pferdeärzte, insbesondere wenn kritische Strukturen wie Beugesehnen, synoviale Hüllen oder die Hufkapsel betroffen sind und ein chirurgischer Eingriff aus klinischen, prognostischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist.
In diesen Fällen liegt das Ziel der Klinik darin, therapeutische Protokolle zu finden, um die Entzündung unter Kontrolle zu bringen, das Infektionsrisiko zu reduzieren und eine effiziente Gewebereparatur zu unterstützen, obwohl unter biologisch ungünstigen Umständen gearbeitet werden muss.

Eine kürzlich veröffentlichte Publikation im Large Animal Review (2025) mit dem Titel „High-power Photobiomodulation Therapy in the Conservative Management of Two Severe Equine Distal Limb Injuries“ bietet neue Diskussionspunkte zur Integration der Hochleistungs-Lasertherapie bei Pferden in multimodale konservative Protokolle.

Veterinärmedizinische Lasertherapie bei Pferden: Warum sie im nicht-chirurgischen Fall herangezogen werden sollte

In den letzten Jahren hat die Photobiomodulation in der Veterinärmedizin als unterstützende Therapie bei Skelett-Muskel-Erkrankungen und Verletzungen des Weichteilgewebes zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Beim Pferd ist die Anwendung der Lasertherapie bei distalen Traumata dennoch wenig dokumentiert, insbesondere in komplexen Fällen, darunter:

  • vollständige Sehnenrisse
  • Synovialkontamination
  • Ablösung der Hufwand mit freiliegendem Knochen

Die entsprechende Studie beschreibt zwei schwerwiegende klinische Fälle bei Pferden, die beide gekennzeichnet sind durch:

  • anfängliche Prognose zurückhaltend bis ungünstig
  • Keine Möglichkeit einer chirurgischen Behandlung
  • vorzeitige Einführung der MLS®-Lasertherapie als integraler Bestandteil der konservativen Behandlung

Erster Fall: Vollständiger Riss der Beugesehnen beim Pferd

ecografia lesione tendinea cavallo

Konservative Behandlung mit Lasertherapie

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Ein 7-jähriges Sportpferd wies einen vollständigen Riss der oberflächlichen (SDFT) und tiefen (DDFT) Beugesehne auf Höhe der Sehnenscheide der Zehenbeuger auf, ein Zustand, der bekanntermaßen ohne chirurgische Reparatur mit einer ungünstigen Prognose verbunden ist.
Die konservative Behandlung umfasste:

  • Systemische und regionale Antibiotikatherapie
  • Antiinflammatorische Behandlung
  • Längere externe Immobilisierung
  • 30 Sitzungen mit dem Laser MLS®, verteilt auf 123 Tage

Deutliche klinische Ergebnisse

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Aus der Sicht des Pferdearztes waren die wichtigsten Aspekte:

  • vollständiges Schließen der Wunde in ca. 60 Tagen
  • keine Infektion, Dehiszenz oder übermäßige Granulation
  • fortschreitende Sehnenumstrukturierung, echografisch dokumentiert
  • funktionelle Genesung mit Rückkehr zu kontrollierter Bewegung im Paddock

In einem klinischen Kontext, in dem ein vollständiger Riss der Beugesehnen mit Synovialbeteilung häufig mit schweren Komplikationen verbunden ist, gilt die Qualität des reparierten Gewebes als besonders wichtiges Element.

Zweiter Fall: Ablösung der Hufwand beim Pferd

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PBM und Heilung distaler Wunden

Der zweite Fall betrifft ein 5-jähriges Shetlandpony mit traumatischer Ablösung der medialen Hufwand und Freilegung der distalen Phalanx (P3), eine Verletzung, die häufig mit folgenden Symptomen einhergeht:

  • langsame Heilung
  • sekundäre Infektionen
  • Bildung von Wundgewebe von schlechter Qualität

Das konservative Protokoll bestand aus:

  • Débridement und regelmäßige Verabreichung von Medikamenten
  • Systemische medikamentöse Therapie
  • 35 Sitzungen an aufeinanderfolgenden Tagen mit der MLS®-Lasertherapie

Verlauf der Heilung

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Während der Laserbehandlung wurde beobachtet:

  • Kontraktion der Wunde von ca. 1 cm/Woche
  • Schrittweise Reduktion der Lähmung
  • Bildung von regelmäßigem und stabilem Granulationsgewebe

Ein Element von klinischer Bedeutung war die Verlangsamung der Heilung nach Absetzen der Lasertherapie zusammen mit dem auf die mittels Laser behandelten Bereiche begrenzten Nachwachsen des Fells, was auf eine mögliche Wirkung auf die Qualität des regenerierten Gewebes hinweist.

Hochleistungs-Lasertherapie bei Pferden: Welche Indikationen aus der klinischen Praxis hervorgehen

Obwohl es sich um einen Case Report handelt, liefert die Studie nützliche Hinweise für die tägliche veterinärmedizinische Praxis:

  • die MLS®-Lasertherapie kann eine wichtige biologische Unterstützung in der konservativen Behandlung von distalen Läsionen beim Pferd darstellen
  • die beobachteten Ergebnisse stimmen mit den von der Photobiomodulation bekannten zelluläre Mechanismen überein (Modulation der Entzündung, mitochondrialer Stimulus, Organisation des Kollagens)
  • die Vorzeitige Einführung der Lasertherapie scheint einen geordneteren Heilungsprozess zu begünstigen
  • die Photobiomodulation (PBM) ersetzt nicht die Standard-Therapien, kann aber in komplexen klinischen Kontexten ihre Wirkung verstärken

MLS®-Laser: Durchdachte Integration in die klinische Praxis bei Pferden

Diese Arbeit verstärkt ein wichtiges Konzept für den Pferdetierarzt: Die MLS®-Lasertherapie ist keine alternative Therapie, sondern ein ergänzendes Instrument, das auf bewusste Weise in strukturierte konservative Protokolle integriert werden kann.
Für den Pferdetierarzt bedeutet es, über eine zusätzliche therapeutische Option zu verfügen, gestützt auf biologische und klinische Belege, in den Fällen, in denen ein chirurgischer Eingriff nicht möglich und die konservative Behandlung die einzige Möglichkeit ist.

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